Es gibt Erfahrungen, die lassen sich nicht erklären, ohne dass alles danach flacher klingt.
Ich habe einmal einen Zustand erlebt, in dem ich die Wirklichkeit als lebendiges, intelligentes Bewusstseinsfeld erlebte. Als superintelligente, grenzenlose, grenzgeniale Architektur.
Als ich zurückkam, wirkte dieses Leben wie eine schlechte Übersetzung.
Zu langsam.
Zu grob gerastert.
Zu sehr an Regeln gebunden.
Ich hielt das lange für einen Fehler. Sehnte mich zurück in dieses grenzenlose Feld. Doch mittlerweile denke ich: Vielleicht muss es so sein. Vielleicht ist diese Welt nicht begrenzt, sondern nur präzise gedrosselt, um überlebensfähig zu sein.
Denn: wenn Gedanken sofort Realität würden, wenn Emotionen Materie formten, wenn Absichten direkt wirkten, dann wäre dieses Feld nicht frei, sondern unbewohnbar.
Instabil.
Chaotisch.
Nicht lernfähig.
Ethisch unhaltbar.
Ein traumatisierter Geist wäre eine Naturkatastrophe.
Die Verzögerung, die diese Welt mit sich bringt, ist also kein Defekt – sie ist ein Sicherheitsmechanismus.
Wenn man als jemand, der sich an einen freieren Aggregatzustand erinnert, in diesem grob gerasterten Dasein bestehen will, kann muss man lernen, mit diesem Raster und den Regeln, die es mit sich bringt, zu spielen. Intelligenz zeigt sich hier nicht im Brechen von Regeln, sondern im eleganten Spiel innerhalb enger Grenzen. Als die Fähigkeit, das Unverhandelbare glasklar zu erkennen und alles andere maximal zu verschieben.
Eine unverhandelbare Regel ist das Konzept der Zeit. Man kann sie nicht umgehen. Wir altern, wir sterben. Punkt. Das Gute daran:
Ohne Endlichkeit keine Priorität.
Und ohne Priorität keine Bedeutung.
Die Zeit zwingt uns dazu, aus dieser Existenz etwas Bedeutsames zu schaffen.
Was aber maximal verschiebbar ist:
Verschiebbar ist,
ob ich mich als das Ereignis erlebe
oder als der Raum, in dem es sich vollzieht.
Ob Bedeutung mich bindet
oder durch mich hindurchgeht.
Die Bedingungen bleiben dieselben.
Zeit vergeht.
Körper altern.
Entscheidungen haben Folgen.
Aber der Standpunkt des Erlebens
ist beweglicher, als wir glauben.
Hier offenbart sich der Spielraum dieses Daseins:
nicht im Aufheben der Regeln,
sondern im Wechsel der Perspektive,
von der aus sie gelten.
